So verlief die Europäische Kulturwoche am Rhein.

Neue Spielstätte des Theaters BAden ALsace eröffnet erfolgreich

Mit einer großen Eröffnungsfeier bezog das Theater BAden ALsace am Samstag, 28. September 2019 seine neue Wirkungsstätte im Europäischen Forum am Rhein in Neuried. Im Anschluss an die Eröffnung folgte eine Woche Kulturprogramm im Rahmen der Europäischen Kulturwoche am Rhein. Hier bot das Theater BAden ALsace den zahlreichen Besucher*innen einen ersten Eindruck an Erwachsenen-, Jugend- und Familienprogrammen von eigenen Inszenierungen und Gastvorstellungen, an Vernissagen, Lesungen, politischen Diskussionsrunden und Workshops.

Am Samstag, 28. September 2019 eröffnete das Europäische Forum am Rhein und damit die neue Spielstätte des Theaters BAden ALsace (ehemals BAAL novo Theater Eurodistrict).

Eingeladen waren Politiker, Förderer, Pressevertreter*innen und Freunde des Theaters aus Deutschland und Frankreich.

Begrüßt wurden die zahlreichen Gäste mit einem musikalischen Rahmenprogramm, Grußworten und Reden und der Uraufführung von „Rheinsymphonie“, das eigens zur Eröffnung vom Künstler Tilmann Krieg geschrieben und von der künstlerischen Leiterin, Diana Zöller, inszeniert wurde.

Am Sonntag folgte ein „Tag der offenen Tür“, der es dem interessierten Publikum den Zugang zur und einen ersten Einblick in die neue Spielstätte ermöglichte.

Begleitet wurde dieser erste Eindruck von Theaterworkshops im Freien. Einer "Schminkstation" für Kinder. Einem kleinen Konzert mit der französischen Musikerin Clémence Leh sowie Darstellern und Artisten.

Am Dienstagabend gehörte die Bühne den Jugendlichen. Eine Gruppe aus jungen Menschen aus Frankreich und Deutschland hatten sich eine Woche lang in einem interkulturellen Projekt zusammengefunden und im Rahmen einer Jugendbegegnung im Schwarzwald ein eigenes Stück zu den Themen "Zusammenleben", "Diversität" und "Umwelt" in Europa erarbeitet.

Die Vorstellung ihrer Arbeit, in der eine studentische Wohngemeinschaft mit ihren Vorteilen aber auch Konflikten als Allegorie für Europa stand, führte Publikum und Gäste auf unterhaltsame Art und Weise in den Themenabend "Ich und Europa" ein.

Im zweiten Teil des Abends stellten die Jugendlichen ihre Standpunkte und Meinungen zu den drei vorgegebenen Themen vor und diskutierten anschließend mit Mdl Thomas Marwein und geladenen Vertretern der Fridays for Future Bewegung, der Jungen Union, der Jungen liberalen und der Jungen Alternative für Deutschland.

Die deutsch-französische Moderation übernahmen an diesem Abend die Kehler Zwillingsbrüder Till und Felix Neumann, die auch als Band "Zweierpasch" auftreten.

Am Mittwoch fand abends der "deutsch-französische Lehrerstammtisch" statt. Hier konnten sich interessierte Lehrer*innen zu Kinder- und Jugendvorstellungen sowie zu den zahlreichen Workshops informieren.

Sicherlich auch durch die Eröffnung begünstigt, wurde das Angebot dieses Jahr besonders gut angenommen und es erschienen viele Teilnehmer*innen.

Zeitgleich startete "Bühnensturm - Theaterclub", ein regelmäßig stattfindender Workshop. Auch hier kamen viele deutsch- und französischsprachige Teilnehmer*innen aller Altersgruppen.
Die Teilnahme am Workshop steht weiterhin allen Interessierten offen.

Am Donnerstag, am "Tag der deutschen Einheit", folgte eine Veranstaltung auf die Nächste.

Zuerst feierte die Kindervorstellung "Raus aus dem Haus" Premiere.

Schauspieler Benjamin Wendel, der u.a. in "Rheinsymphonie" zu sehen ist, feierte hiermit zugleich sein Regie-Debüt und überzeugte damit Autorin Ingeborg von Zadow, die aus Heidelberg zur Premiere angereist war.

Beim jungen Publikum kamen vor allem die Situationskomik und das ausgefallene Bühnenbild gut an.

Das Stück richtet sich an Alle ab drei Jahren und wird im Herbst sowie im Rahmen des Kinder- und Jugendtheaterfestivals "Allez Hop" auch für Kindergärten und Ecoles maternelles angeboten.

Im Anschluss an die Premiere empfing das Theater in seinem Foyer zur Vernissage "Recontres - Begegnungen".

Gezeigt wurden karikaturistische Zeichnungen des Künstlers Rainer Ehrt, in denen Prominente von Loriot und Jacques Tati bis hin zu Goethe und Napoleon aufeinandertreffen und sich über die franco-alemannischen Beziehungen austauschen.

Seine Zeichnungen veröffentlichte Rainer Ehrt zusammen mit Manfred Hammes in einem Bilderband unter dem gleichen Titel beim Verlag Édition du Signe.

Künstler und Autor erschienen beide zur Vernissage, gaben Autogramme und beantworteten Fragen.

Abends gab es dann noch generationsübergreifende Komik von Bernd Lafrenz, der William Shakespeares "Hamlet" neu interpretierte und zwei Stunden lang solo aufführte.

Für sein ausgefallenes Bühnenprogramm hatte Lafrenz 2019 den Ehrenpreis Kleinkunst Baden-Württemberg erhalten und überzeugte auch im Europäischen Forum am Rhein kleine und große Zuschauer.

Am Freitag, 4. Oktober und Samstag, 5. Oktober folgten zwei weitere gut besuchte Vorstellungen von „Rheinsymphonie“.

Auch hier stimmte das Publikum gegen Ende wieder zur vielsprachig aufgeführten "Europahymne" ein und das Ensemble erhielt warmen bis stürmischen Applaus.

Die Stimmen waren eindeutig: das Publikum war überzeugt vom Stück und der neuen Spielstätte.
Die Thematik hatte einen Nerv getroffen.

Am Sonntag, 6. Oktober, dem letzten Tag der Europäischen Kulturwoche am Rhein, war die Junge BLB der Badischen Landesbühne Bruchsal zu Gast.

Eine Tanzvorstellung für Kinder und Familien, die sich auf unterhaltsame und humoristische Weise mit den menschlichen Sinnen befasst.

Die beiden Tänzer zeigten dabei auf spielerische Weise, dass nicht nur die bilinguale Sprache eine Lösung der interkulturellen Kommunikation ist, sondern auch Körpersprache und andere Ausdrucksformen wie Gebärdensprache zur Verständigung dienen.

Den Abschluss des Kultur-Programms bot die Buchpremiere „Verlorene Leben – Vies Deborées“ vom elsässischen Autoren Pierre Kretz.

Eingeladen zur Lesung mit Fragerunde waren neben Pierre Kretz die Pressesprecherin, Annette Maria Rieger, des deutschen Verlags "klöpfer, narr", die deutsche Übersetzerin des Romans, Irène Kuhn, sowie die arte Journalistin, Antoinette Koering die die Runde moderierte.

Abwechselnd lasen Kretz und Kuhn Auszüge aus dem Roman vor und beantworteten dem Publikum Fragen zu ihrer Zusammenarbeit.

Außerdem gab es gegen Ende der Lesung eine Vorschau auf das Theaterstück "D'fàmeli Strumpfmann", das Pierre Kretz auf Bitten des Intendanten, Edzard Schoppmann, geschrieben hatte und das am 1. November 2019 Premiere im Europäischen Forum am Rhein haben wird.

Insgesamt wurde von den Besucher*innen reges Interesse am Theater BAden ALsace und dem Europäischen Forum am Rhein gezeigt.

Viele äußerten ihre Freude über die Spielstätte, die lange gefehlt habe und nun endlich in der Region Ortenau verankert sei.

Die Europäische Kulturwoche am Rhein machte das deutsch- und französischsprachige Publikum gleichermaßen auf den neuen Ort der grenzüberschreitenden Begegnung neugierig.

Gemeinsam genossen sie das vielseitige, bilinguale Programm.

Zudem wurde deutlich, dass gerade Besucher aus Neuried und der Ortenau und aus Eschau und dem Elsass sich kulturell und sprachlich sehr nahe sind.

Wer alemannisch versteht, versteht auch elsässisch. Daher ist die Vorfreude groß auf weitere Programmpunkte in elsässischer Sprache, die das Theater in Zukunft regelmäßig auf den Spielplan setzt.

Im Herbst erwartet das Publikum die Premiere des Schauspiels "D'fameli Strumpfmann", das auch von Pierre Kretz geschrieben wurde, sowie die Premiere von "Emmas Glück" und einen "elsässischen Liederabend".

Viele Zuschauer*innen, die innerhalb der Europäischen Kulturwoche am Rhein zur Spielstätte kamen, fühlen sich schon jetzt verbunden zum Theater BAden ALsace und nahmen gleich an mehreren Tagen an den Veranstaltungen teil mit dem Versprechen auch in Zukunft regelmäßig zu kommen.