(Deutsch) BAAL novo Theater Eurodistrict – Ein Theater für die Grenzregion Strasbourg-Ortenau

(Deutsch) Der Ausgangspunkt, unsere Leitidee:

(Deutsch) BAAL novo – Theater Eurodistrict macht Theater für Alle, für alle Generationen, für alle im Eurodistrikt beheimateten Menschen mit und ohne ausländischen Wurzeln, über alle Bildungs- und Gesellschaftsschichten hinweg. Als ein Theater der Grenzgänger und Brückenbauer will BAAL novo – Theater Eurodistrict Begegnungen ermöglichen für Menschen aller Kulturen.

BAAL novo – Theater Eurodistrikt hat das Ziel, mit hohem künstlerischen Qualitätsanspruch, zeitgenössisches Theater zu schaffen, das nah an den Menschen, vom Leben im Heute erzählt. BAAL novo greift Themen von gesellschaftlicher Relevanz auf, es bietet Unterhaltung, aber mit Haltung. Es macht Volkstheater ohne Volkstümele.

BAAL novo – Theater Eurodistrikt springt in seinen Aufführungen mit Leichtigkeit zwischen Sprachen, Kulturen und Nationen. Es verwebt Worte, Lieder, Bilder und Bewegungen zu einer einzigartigen Theatersprache, die vergessen lässt, dass es sprachliche und kulturelle Grenzen gibt.

(Deutsch) Die Geschichte. Eine Idee wird verwirklicht.

(Deutsch) Gegründet 2005 steht anfangs das Nebeneinander der deutschen und französischen Sprache in den BAAL novo - Stücken im Zentrum der künstlerischen Arbeit. BAAL novo startet als Experiment deutsch-französischer Zusammenarbeit, in dem Künstler beider Nationen jeden Tag kreative Zusammenarbeit üben und erproben. Mit den Mitteln des Theaters wollen die Gründer Edzard Schoppmann, Diana Zöller und Richard Doust Hemmschwellen, Sprach- und Berührungsängste der Badener und Elsässer abbauen. BAAL steht dabei als regionale Klammer für das deutsche BAden und das französische ALsace. Die künstlerische Herausforderung dieses Konzeptes: Wie gelingt es, Stoffe, Dialoge und Szenen unter multilingualen Aspekten für (monolinguale) Zuschauer dramaturgisch, schauspielerisch und inszenatorisch spannend und mit hoher künstlerischer Qualität umzusetzen?

Als sehr erfolgreiches typisches Beispiel dieser ersten BAAL novo – Jahre sei die Produktion „MarlenePiaf“ (2006) genannt, ein Stück über die Freundschaft von Marlene Dietrich und Edith Piaf, in den Hauptrollen Zabou Lux und Juliane Hollerbach. Die Produktion steht nach wie vor mit nahezu 100 Vorstellungen in Deutschland und Frankreich auf dem Spielplan, und wird auch von anderen Theater nachinszeniert.

Ab 2007 wurde das bilinguale Konzept zu Gunsten eines breiteren interkulturellen Anspruchs geöffnet, das auch türkische, arabische und russisch-ukrainische Kulturen – die Kulturen der Einwanderer in der Region – in die künstlerische Arbeit mit einbezieht. Das Themenfeld von BAAL novo erweitert sich: Islamismus, die prekäre Situation von jugendlichen Migranten in französischen Großstädten, zeitkritische, aktuelle Inhalte werden durchleuchtet und auf die Bühne gebracht.

2008 scheidet Richard Doust aus dem Leitungsteam aus, für ihn übernimmt Jean Lorrain zusammen mit der Kulturmanagerin Lucienne Eschlimann die französische Leitung von BAAL novo Frankreich.

Für sein Stück „Jihad mon amour“, das den gewaltbereiten Islam mit einem lebensbejahenden, sinnlichen und toleranten Islam kontrastiert, erhält Edzard Schoppmann 2009 den deutsch-niederländischen Preis für Kinder- und Jugenddramatik. Die Inszenierung sorgt für viel Furore. Das Plakat und der Stücktitel werden von Seiten einiger Muslime in Offenburg als Provokation verstanden. Sicherheitskräfte befürchten ähnliche Szenarien wie bei der Ermordung des niederländischen Filmregisseurs Theo von Gogh und bewachen die Premiere in Offenburg mit Sicherheitspersonal und Sprengstoff-Suchhunden. In Koproduktion mit dem Schauspiel Bonn bringt BAAL novo „Getürkt“ (2012) von Jörg Menke-Peitzmeyer zur Uraufführung. Ein Stück, das sich - lange vor dem Hochkochen der Asyldebatte - mit der Abschiebung von Musa, einem jungen Flüchtling, beschäftigt. Das Stück stellt die Frage, wer ist verantwortlich für sein Scheitern: Die Gesellschaft, das persönliche Umfeld, oder Musa selbst? Für die Produktion erhalten Theater und Autor das Projektstipendium des Baden-Württembergischen Jugendtheaterpreises.

Bewusst entscheiden sich die Theatermacher dafür, interkulturelle Themen jenseits von „political correctness“ und „Kuschel-Interkulturalität“ anzusprechen. Wenn wir Brücken schlagen wollen zwischen unserer und fremden Kulturen, so die Überzeugung, braucht es Ehrlichkeit, Offenheit und kreative Streitkultur in gegenseitiger Achtung.

Die Tourneetätigkeit erweitert sich in diesen Jahren, Gastspiele werden überall in Deutschland gegeben, in Frankreich tourt das Theater zwischen der Bourgogne und Lothringen, in Deutschland folgt das Ensemble Einladungen vom südlichen Konstanz bis ins nördliche Itzehoe. Im deutsch-französischen Kontext wird 2012 mit ALLEZ HOP ein sehr erfolgreiches jährlich stattfindendes Festivalformat entwickelt, bei dem inzwischen viele Städte in der Grenzregion mit zuletzt 8000 Besuchern bespielt werden.

(Deutsch) Soziokultur und Transkulturalität – Die Grenzen erweitern sich.

(Deutsch) Mit dem Ziel neben nationalen und kulturellen auch Brücken zwischen gesellschaftlichen Gruppen zu schlagen, bietet BAAL novo seit 2011 jährlich mindestens ein soziokulturelles Projekt an, bei dem Bürger der Grenzregion partizipieren können. Diese Projekte wenden sich unter Mitwirkung von Betroffenen mit Unterstützung von professionellen Schauspielern und Regisseuren an ein breites Publikum mit dem Ziel, viele Menschen für die Lebenswelt gesellschaftlicher Gruppen wie Migranten, Obdachlosen, Arbeitslosen, allgemein sozial Schwachen zu interessieren. Gleichzeitig ist es Ziel dieser Projekte, Betroffenen eine Stimme zu geben, ihnen Aufmerksamkeit zu verschaffen und sie gesellschaftlich und persönlich zu stärken.

Auch in der ersten BAAL novo Freilufttheaterproduktion „Die Odyssee“ (2013) stehen – in Kooperation mit der Landesbühne Bruchsal - Amateure und professionelle Schauspieler gemeinsam auf der Bühne, auf einem zum Segelschiff umgebauten Feuerwehrauto touren sie durch den Eurodistrikt. Die Theaterproduktion baut auf einem einjährigen Projekt mit wohnungslosen Menschen auf. So werden im Vorfeld Kontakte zu Bewohnern von Obdachloseneinrichtungen aus Straßburg, Bruchsal und Offenburg geknüpft, die von BAAL novo Schauspielunterricht erhalten. Ihre Geschichten fließen später in die Inszenierung ein.

Mit der Produktion „Die Odyssee“ stößt erstmals der Straßburger Regisseur und Schauspieler Maxime Pacaud zu dem Ensemble, der inzwischen in vielen BAAL novo-Produktionen mitwirkt und Regie führt, u.a. inszeniert er „Die Geschichte von Petit Pierre“ (2016), eine Zeitreise durch das 20.Jahrhundert in der verspielten Bilderwelt eines geistig behinderten Künstlers.

Im Zuge der Flüchtlingskrise 2015 wird die Arbeit mit Migranten Schwerpunkt der soziokulturellen Projekte: Künstlerische Höhepunkte des neu benannten „Theater der Migranten“ sind die Produktionen „Afrika“ (2015) und „Im Wartesaal der Träume“ (2017), die sich mit den Lebenssituationen von Flüchtlingen und dem Verhältnis zwischen Deutschen und Flüchtlingen auseinandersetzen.

Unter dem Motto „Go east“ ist BAAL novo in den Jahren 2011 bis 2013 besonders in Russland und der Ukraine aktiv. So inszeniert Edzard Schoppmann im Sommer 2011 am russischen Staatstheater in Ufa „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ in russischer Sprache. 2012 entsteht in Kooperation mit dem ukrainischen Troicki-Theater „FluxArt“, eine Performance, die sich metapherhaft mit den Nationalflüssen Rhein und Dnepr beschäftigt. In einer Mischung aus Tanz, Bildertheater, Songs und Videoclips spielen deutsche und ukrainische Schauspieler ein Stück über nationale Mythen, persönliche Träume, geschichtliche Traumata, und kleine deutsch-ukrainische Hoffnungen. FluxArt wurde vom ukrainischen Publikum mit stürmischen Applaus und Bravo-Rufen gefeiert.

2013 empfängt BAAL novo das 40-köpfige russische Ensemble vom russischen Staatstheater in Ufa mit seinem Musical „Die Blaue Kamee“ in der Offenburger Reithalle. Die russischen Darsteller wurden bejubelt und mit stehenden Ovationen und Gesängen vom Publikum gefeiert. Viele Offenburger Burger der deutsch-russischen Gemeinschaft hatten den Abend genutzt, um ein Stück Heimatkultur zu erleben, darunter auch Schauspieler des russischen Kulturvereins „Samowar“ aus Offenburg. Einige der Schauspieler sind BAAL novo seither treu geblieben und stehen im Jahr darauf selbst auf der Bühne. In „Heimat Express“ fährt ihr Zug aus der vertrauten alten in eine ungewisse neue Heimat ab. Mit eigenen Einwanderer-Erfahrungen im Gepäck haben die Amateure das Stück unter Anleitung der BAAL novo Theaterpädagogin Katrin Schwanen entwickelt.

In Kooperation mit dem Théatre de la Grenouille aus Biel/Schweiz schreibt und inszeniert Edzard Schoppmann das Roadtheater „Anima“ (2014), ein Stück über eine junge Französin und ihren dementen Großvater, die sich zusammen auf die Suche nach der deutschen Jugendliebe des Großvaters begeben. Tilmann Krieg schuf für das Roadtheater Projektionen und Videofilme: Eine Bilderreise durch Frankreich in die deutsch-schweizerische Bergwelt. Das Stück, in den Hauptrollen der australischen Schauspieler Arthur Baratta und die Straßburger Künstlerin Stephanie Felix, wurde für TRIPTIC der Stiftung PRO HELVETIA kuratiert und ausgewählt.

Inzwischen versammelt BAAL novo – Theater Eurodistrikt unter seinem Dach ein Ensemble aus 8 Nationen. BAAL novo lebt Integration, offen, ehrlich, kritisch, respektvoll. BAAL novo heißt: Wir sind Menschen, die sich mit Menschen für Menschen engagieren, und mit unseren künstlerischen Mitteln fragen, was es bedeutet, heute Mensch zu sein.

(Deutsch) BAAL novo, das Regionaltheater der Ortenau.

(Deutsch) Seit 2014 setzt sich BAAL novo zum Ziel, in der Region mit Gastspielen vor Ort ein breiteres erwachsenes Publikum zu gewinnen, indem das Ensemble einen deutsch-französischen Humor, eine grenzüberschreitende spielerische Leichtigkeit entdeckt. Als Rahmen für die so realisierten oft musikalischen Comedys wird auch ein Zirkuszelt angeschafft, unter dessen Kuppel während des Sommers die Grenzregion bespielt wird. Doch nicht nur im Zelt wird gespielt, auch in Gärten, Markplätzen, Bauernhöfen, Burgen, Stadt- und Festhallen vor Ort. Mit Komödien wie „Zur Sache, Chérie!“ (2013) „Um die Welt in 80 Tagen“ (2014), „Runter zum Fluss“ (2015), „Macho Man“ (2017) und „Illusionen einer Ehe“ (2018) bietet BAAL novo seitdem den Menschen in der Region Theater für Kopf, Herz, Bauch und Lachmuskeln.

Zum 10-jährigen Jubiläum 2015 tauft sich das deutsch-französische Ensemble um in BAAL novo Theater Eurodistrict. Mit der Namenserweiterung will es Vorreiter sein, und ein Signal setzen für die Entwicklung des Eurodistrict Strasbourg-Ortenau zu einem Labor Europas mit überregionaler Ausstrahlung. 2015 wird es mit dem Einstieg des Landkreises in die institutionelle Förderung des Theaters zum Regionaltheater der Ortenau. Neben den Hauptförderern, dem Land Baden-Württemberg und dem Landkreis Ortenau, wird das Theater inzwischen von den Städten Offenburg, Lahr und Straßburg, und dem Departement Bas-Rhin und der Region Alsace gefördert. Der Eurodistrict fördert das Theater bereits seit 2012. Im Zuge der immer größeren Aufgaben und Arbeitsfelder stößt 2015 Guido Schumacher zum Leitungsteam von BAAL novo, er wird Geschäftsführer und Präsident von BAAL novo Frankreich. Mit Guido Schumacher kommt auch Ellen Fournier, die den Bereich Öffentlichkeitsarbeit von Jennifer Rottstegge übernimmt, die wiederum die Gesamtleitung JUNGES THEATER übernimmt. In der Abteilung JUNGES THEATER sind alle Theateraktivitäten für und mit Kindern und Jugendlichen zusammengefasst. Dazu gehört auch BABEL, das 2015 neu gegründete theaterpädagogische Projekt in Lahr. Anfangs leitet Jennifer Rottstegge diese Abteilung mit Horst Kiss, ab 2017 – nach Ausscheiden von Horst Kiss – führt sie BABEL zusammen mit der Theaterpädagogin Florence Herrmann. BABEL, angesiedelt im Jugendkulturzentrum Schlachthof, schafft kreative Räume für Begegnungen von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Kulturen und Gesellschaftsschichten.

Seit 2016 geht BAAL novo auch im Juni und Juli jeden Jahres auf Sommertour durch die Ortenau. Für die Ortenaurevue „Blutsschwestern und Blutsbrüder“ (2017) – ein Volkstheater über die Nachkriegszeit - wird eine mobile Bühne konstruiert und gebaut. Mit „Ein Bruder namens Martin“ (2017) von Tilmann Krieg und Diana Zöller konzipiert und inszeniert, geht BAAL novo erstmals auch auf Tournee durch die Kirchen der Ortenau.

Bis 2018 hat BAAL novo in fast allen der 51 Städte und Gemeinden der Ortenau Station gemacht. Feste Partnerschaften wurden geschlossen mit den Kreisstädten Offenburg, Lahr und Kehl. Aber auch mit kleinen Gemeinden wie Lauf, Ettenheim, Gengenbach, Schwanau entstehen enge Partnerschaften. Immer mehr Gemeinden schließen sich dem Netzwerk von BAAL novo an. Die Zuschauerzahlen steigen jedes Jahr, eine Erfolgsgeschichte.

(Deutsch) Der Stil: Ein Theater aus Musik, Bewegung, Bildern und Worten.

(Deutsch) Zu der künstlerischen Handschrift von BAAL novo zählen seit jeher Musik und Tanz.
In den Kinderstücken „Ein Schaf fürs Leben“ (2010), „Die Schöne und das Biest“ (2012) und „Die Welt ist rund“ (2015) werden am Schlagzeug von Max Siegmund und Clémence Leh ordentlich die Stöcke gewirbelt. Clémence Leh, ein Tausendsassa der Musik, hat für zahlreiche Stücke die Musik eigens komponiert: Von Rocksongs über orientalische Klänge in „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“ (2010) bis hin zu den Ghetto-Rap-Tönen in „Mauersegler“ (2012). Sie schreibt auch die Musik für „Rapunzel“ (2016), ein Musical, das in Koproduktion mit der Musikbühne Mannheim mit inzwischen 100 Vorstellungen durch Deutschland und Elsass tourt. 30.000 begeisterte Zuschauer haben das vom langjährigen Ensemblemitglied Jean-Michel Räber geschriebene Musical besucht.

Dem Einsatz von verschiedensten Instrumenten und Klangformen sind bei BAAL novo keine Grenzen gesetzt. Es wird zaghaft auf der Harfe gezupft, dynamisch an der Drehorgel gekurbelt, es fahren dem Zuschauer Elektrobässe durch die Gliedmaße und eine Schweizerin lässt jodelnd die Kuhglocke läuten. Schnute, die Figur aus dem Kinderstück „Honigherz“ (2013) kommuniziert ausschließlich über Klänge: Sie ritscht, ratscht, klingelt und klappert mit Hilfe etlicher Percussion-Instrumente.
Wenn gerade kein Pianist wie Richard Doust in „MarlenePiaf“ oder der Musikrevue „Affaires d’Amour“ (2014) in der Nähe ist, dann springt auch schon mal der technische Leiter von BAAL novo Ben Schneider ein und begleitet die turbulente Weltreise in „80 Tagen um die Welt“ auf seinem Keyboard.

Tanz und Bewegung zählen zu den Hauptstilelementen von BAAL novo. In den ersten Jahren bringt der Tänzer, Schauspieler und Choreograph Felix Grüning die Bewegung ins Theater. Durch seine Tanzchoreographien werden viele Spielsituationen auch ohne Worte verständlich. Bei der Slapstick artigen Verfolgungsjagd zwischen Hase und Hund in „Die Welt ist rund“ (2015) oder der rasanten Schlittenfahrt von Schaf und Wolf in „Ein Schaf fürs Leben“, bricht im jungen Publikum grenzenloses Gelächter aus. Das waghalsige Laufen auf Riesenstelzen, das elegante Turnen am überdimensionalen schaukelnden Himmelbett in „Marianne & Michel“ (2014) sowie akrobatische Saltos und Katzensprünge in „Mauersegler“, beeindrucken auch die erwachsenen Zuschauer.

Da geht es auf Spitze tänzelnd in „Marcello, Marcelline & das Cello“ (2014) schon klassischer zu. Bei diesem kindlich poetischen Spiel von Edzard Schoppmann über Einsamkeit und Zweisamkeit treffen alle Stilelemente BAAL novos zusammen. Yaroslava Gorobey, Tänzerin und Schauspielerin, und Mathieu Singularet, Musiker und Clown, schaffen einen ganz eigenen faszinierenden Kosmos aus Tanz, Gesang und Musik.

Seit 2017 arbeitet BAAL novo mit dem international renommierten Choreografen Alfredo Zinola zusammen. Mit „Paradies“ (2018) kreiert Alfredo Zinola ein Tanz-Performancestück für Kinder, bei dem BAAL novo ein neues Experiment wagt: Assoziatives Theater, das keine Geschichte erzählt, nur vom wandelbaren Moment lebt. Ebenfalls seit 2017 ist Camilla Kallfass neues Ensemblemitglied, die Musicaldarstellerin steht auf der BAAL novo – Bühne, choreografiert und studiert die Songs ein.
Fast alle Bühnenbilder sind von Edzard Schoppmann erdacht, fast alle Kostümbilder von Diana Zöller. Dabei werden sie von einem hervorragenden Team unterstützt, dazu zählen seit vielen Jahren der Ideenlöser und kongeniale Erfinder Martin Bernhardt, der mit technischer Raffinesse außergewöhnliche Konstruktionen und Bühnenbilder entwirft und umsetzt, ebenso, wie der Maler und Grafiker Bruno Boulala, und natürlich Tilmann Krieg, der bis 2015 auch für die grafische Linie des Theaters verantwortlich ist. Inzwischen hat der Grafikkünstler Marius Jopen die Gestaltung der Werbemittel, Spielpläne und Plakate übernommen. Seit „Paradies“ ist auch der Szenograf Ike Park Teil des gestalterischen Teams.

Bei aller Bewegungsfreude und Musikalität ist BAAL novo dem Ursprung nach ein Sprechtheater, das Lust hat, Worte zu finden für ein grenzenloses Publikum. Viele Stücke und Bearbeitungen werden von Edzard Schoppmann ausgedacht und geschrieben. Sein Schreibstil ist oft humorvoll, wortverspielt, gedanklich auch fordernd, manchmal provozierend, bisweilen emotional aufrüttelnd. Seine Stücke sind dramaturgisch stringent, sie bringen Inhalte ins (Theater)Leben. Beeinflusst von seinen Vorbildern Bertold Brecht und Peter Brook erzählt er Geschichten, mit denen er etwas sagen und erzählen will. Dabei hat er immer das Publikum der Region im Blick und sein Ensemble. So hat er beim Erdenken von Rollen und Dialogen oft bereits seine Schauspieler vor Augen. Felix Grüning war von Beginn bis 2015 das Schauspieler-Gesicht von BAAL novo. Nachdem sich Felix Grüning mehr und mehr von der Schauspielerei zurückgezogen hat, übernimmt Benjamin Wendel die Rolle des Protagonisten. Mit der Jubiläumsproduktion „Moby Dick“ (2015) hat Benjamin Wendel bei BAAL novo sein erstes Engagement nach der Schauspielschule, inzwischen spielt er fast alle großen Parts in den neueren BAAL novo – Produktionen und ist zum neuen Publikumsliebling avanciert.

(Deutsch) Die Zukunft: Eine neue Spielstätte im Europäischen Forum am Rhein.

(Deutsch) Nach jahrelangen Vorbereitungen und Kämpfen ist es im Herbst 2019 soweit: BAAL novo – Theater Eurodistrict erhält sein eigenes Theater. Entworfen von den Architekten Jürgen Grossmann und Nico Kolev entsteht im Europäischen Forum in Neuried, direkt am Rhein und an der Grenze, ein Theatersaal im außergewöhnlichsten Design: Im obersten Stock, mit Bar und Terrasse, mit einer ansteigenden ovalen Sitztribüne für 175 Zuschauer, nah am Bühnengeschehen, mit Blick in die Auenlandschaft – ein Raum für Begegnungen und zeitgenössisches Theater, das Grenzen sprengt und Neuland begeht.

(Deutsch) Unser Dank.

(Deutsch) Viele Menschen haben Anteil an dieser Erfolgsgeschichte, natürlich haben die Künstler und die Mitarbeiter von BAAL novo mit ihrem unglaublichen Engagement den größten Anteil. Aber ohne Unterstützung des Umfeldes und der Politik, wäre dieser Weg nicht möglich gewesen. Wir können uns nicht bei allen bedanken, es sind zu viele, die uns geholfen haben in den Jahren seit 2004. Doch einige möchten wir nennen, ohne den Anteil der nicht Genannten zu schmälern. Unser Dank gehört dem Offenburger Kulturbüroleiter Edgar Common, der 2005 nach Offenburg geholt hat, und dem ehemaligen Offenburger Bürgermeister und derzeitigen Kreisrat Dr. Christoph Jopen. Beide stehen uns seit Jahren mit Rat, auch konstruktiver Kritik und viel Engagement zur Seite. Ohne den Einsatz und die Unterstützung von Frank Scherer, Landrat der Ortenau und Präsident des Eurodistricts, und Roland Ries, Oberbürgermeister von Straßburg und Vizepräsident des Eurodistricts, stünden wir nicht da, wo wir heute angekommen sind. Herzlichen Dank gebührt auch Guido Schöneboom, Bürgermeister von Lahr. Einem Unterstützer möchten wir besonders danken, Dr. Peter Selbach, leider ist er 2016 bereits gestorben. Ohne seinen engagierten Einsatz für die Theater im Land und besonders auch für unser Theater, gäbe es BAAL novo nicht. Der langjährige Abteilungsleiter im Kunstministerium hat zusammen mit dem damaligen Staatsekretär für Kunst Dr. Dietrich Birk in den ersten Jahren geholfen, dieses Projekt wirtschaftlich zur Welt zu bringen, und am Leben zu halten. Doch nicht nur ihnen verdanken wir die seit der Gründung BAAL novos großartige unablässige Unterstützung des Landes Baden-Württemberg: Ohne ihre Nachfolger Christoph Peichl und Kunststaatssekretärin Petra Olschowski könnten wir nicht das neue Theater am Rhein eröffnen – für diese Zukunftsperspektive danken wir!

Das Ensemble von BAAL novo – Theater Eurodistrict