von Sacha Danino & Sébastien Azzopardi
nach Jules Verne, Deutsch von Alain Jadot und Franz Lorenz Engel
Regie: Edzard Schoppmann
Besetzung: Jean-Michel Räber, Maxime Pacaud, Diana Zöller, Hans Diehl, Felix Grüning

Der weltberühmte Roman des französischen Autors Jules Verne „Le tour du monde en 80 jours“ erzählt die Geschichte des exzentrischen reichen Gentlemans Phileas Fogg. Der leidenschaftliche und eher häusliche Whist-Spieler geht eine verrückte Wette ein: in 80 Tagen um die Welt reisen. Nicht weniger als die Hälfte seines Vermögens setzt er aufs Spiel, die andere Hälfte gibt er für die Reise aus. Von seinem französischen Diener Passepartout begleitet und von dem tollpatschigen Polizist Fix verfolgt, bewältigt er die schrägsten Abenteuer, gewinnt seine Wette und findet auch noch die Liebe der indischen Prinzessin Aouda…
In, um und auf einem kreisenden Zylinderhut reisen die sechs Spieler in 32 Rollen über vier Kontinente: Immer im Wettlauf gegen die Uhr! In fliegenden Kostümwechseln sausen die Stationen dieses touristischen Parforcerittes vorbei, vom Orient zum Okzident in 120 Minuten, herrlich pralles Theater! Ein Drama in Bollywoodmanier, eine Detektivgeschichte im Agatha-Cristie-Stil, eine Monty-Python Comedy, ein Brokeback-Mountain Western: Die Inszenierung von Edzard Schoppmann wirbelt Spielstile, Zitate, Klischees, Parodien durch die Luft und zaubert aus dem Weltroman von Jules Verne ein knallbuntes, ereignisreiches Sommertheatererlebnis für Jung und Alt.
Kritiken
„Die Premiere von „Um die Welt in 80 Tagen“ ist am Donnerstag vom Publikum gefeiert worden. Das Baal-novo-Ensemble badete nach dem Auftakt des deutsch-französischen Theatersommers ‚Chapeau’ minutenlang im Applaus. (…) Das Stück profitiert von der starken Bühnenpräsenz des Ensembles. Die sechs Schauspieler kommen tüchtig ins Schwitzen, die vielen Rollen erfordern teils rasante Kostümwechsel. Bunte Gesangseinlagen sorgen für Abwechslung, Slapstick-Elemente (vor allem „Passepartout“ Felix Grüning mit einer bewundernswerten Körperbeherrschung) bringen das Publikum zum Lachen (…) Der Clou jedoch ist die an sich recht schlicht gehaltene Bühne in Form eines Zylinders. Der halbseitig geöffnete und drehbare Hut ermöglicht schnelle Umbauten im Hintergrund, während die Handlung vorne auf der Krempe nahtlos weitergehen kann.“
Lahrer Zeitung, 11.07.2014
„Das war ein Heidenspaß mit vielen Lachern am Donnerstagabend (…) Dass das Wagnis der Erdumrundung in 80 Tagen gelingt, weiß der Betrachter natürlich von vornherein. Nicht aber, mit welcher Ideenvielfalt er konfrontiert wird, wieviel Anspielungen, Zitate aus Literatur, Kunst, Film und vielen Bereichen mehr auf ihn einprasseln werden, mit welcher Lust die Reise immer wieder auf absurd-humoreske Gipfel geführt wird: Seien es die schwulen Cowboys, die zurück nach Brokeback Mountain ziehen oder der Held der Geschichte, Phileas Fogg (Maxime Pacaud), der als rasender Shiva die Prinzessin Aouda (Diana Zöller) aus den Händen zweier bekiffter Hindu-Wächter befreit.“
Mittelbadische Presse, 12. Juli 2014
„Mit minimalem technischen Aufwand konnte die Theatertruppe um Regisseur Edzard Schoppmann, der selber auch in verschiedenen Rollen zu sehen war, farbenprächtige Bilder inszenieren. Geboten wurde ein Mix aus Vergangenem – passend zum Ende des 19. Jahrhunderts – und Modernem mit Begriffen wie Hartz IV oder Angela M. als Retterin der Reichen. Die Akteure setzten das Geschehen brillant in Szene und wurden dabei immer von den beiden Livemusikern begleitet. Das war ein Besuch im Theater, der sich gelohnt hat und für rund zwei Stunden Witz, Esprit, Charme und Kurzweil bot.“
Galerie:ortenau, 10. Juli 2014
„… Maxime Pacaud als Fogg, wunderbar britisch steif, Felix Grüning als leidenschaftlicher Diener, Diana Zöller als indische Prinzessin Aouda, die jede ihrer Äußerungen mit ausschweifenden Tempeltanzbewegungen begleitet und die einmal auch per Bauchtanz 1930er-Jahre-Hollywood-Orientalik persifliert. Hans H. Diehl und Jean-Michel Räber teilen sich die übrigen Rollen. Jean-Michel Räber erweist sich als so genannte Rampensau. Ob als wettsüchtiger britischer Lord, als arabischer Händler mit Hintergedanken, näselnder chinesischer Kellner oder abgefeimter Opiumhöhlen-Betreiber – es ist immer zum Brüllen, wenn auch nie politisch korrekt, da man mit viel vergnügen durch sämtliche Klischees schlurft. (…) BAAL novo schafft Momente, die treffen wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Aouda: ,Phileas, ich liebe dich!’ Und der steife Lord antwortet mit sachlicher Miene: ‚Ja, ich bin auch geil auf dich.“
Badische Zeitung, 14.07.2014

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